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Instagram Karussell Format: welche Maße wirklich funktionieren
Du hast dein Karussell fertig, lädst es hoch, und auf einmal fehlt bei Karte drei die untere Zeile. Der Text war da, im Entwurf stand er noch. Instagram hat ihn weggeschnitten, und zwar nach einer Regel, die niemand erklärt. Beim nächsten Beitrag passierst du auf, legst alle Karten gleich an, und diesmal sitzt es. Nur weißt du immer noch nicht, warum es vorher schiefging und wann es wieder passiert.
Das Formatthema klingt nach Kleinkram, kostet aber regelmäßig genau die Zeile, auf die es ankam. Hier stehen die Maße, die Regel dahinter und die zwei Fallen, in die man ohne Vorwarnung läuft.
Die Maße, die tatsächlich funktionieren
Instagram akzeptiert für Karussells drei Seitenverhältnisse. In der Praxis kommen nur zwei davon infrage.
Warum nur zwei davon praktisch sind
Das dritte Verhältnis ist Querformat, und das verliert im Feed so viel Höhe, dass die Karte beim Scrollen kaum registriert wird. Es bleibt ein Sonderfall für Bildmaterial, das nun einmal quer vorliegt.
| Verhältnis | Pixel | Wofür |
|---|---|---|
| 4:5 (Hochformat) | 1080 × 1350 | Der Standard. Größte Fläche im Feed, beste Lesbarkeit auf dem Handy. |
| 1:1 (Quadrat) | 1080 × 1080 | Nur, wenn dieselben Bilder auch woanders laufen sollen, wo quadratisch gebraucht wird. |
| 1,91:1 (Querformat) | 1080 × 566 | Technisch möglich, im Feed die schwächste Wahl. Auf dem Handy bleibt kaum Fläche für Text. |
Höher als 1080 Pixel an der kurzen Kante zu exportieren bringt nichts Sichtbares. Instagram rechnet ohnehin herunter, und bei sehr großen Dateien greift die Kompression teilweise härter zu.
Warum Hochformat fast immer gewinnt
Der Unterschied zwischen 1:1 und 4:5 sind rund 25 Prozent Bildschirmfläche. Das klingt nach wenig und ist beim Scrollen der ganze Unterschied: Beim Quadrat schiebt sich der nächste Beitrag schon ins Bild, während deiner noch läuft. Beim Hochformat füllt deine Karte den Blick.
Was die Fläche im Scrollen bewirkt
Mehr Höhe heißt mehr Zeit, bevor der nächste Beitrag ins Bild rutscht. Und weil im Feed überflogen und nicht gelesen wird, entscheidet genau diese Zeit darüber, ob die erste Karte überhaupt ankommt. Wie du sie textlich baust, steht in Wie viele Slides ein Karussell braucht und in der Anleitung zum Karussellpost.
Wo du das Ergebnis nachprüfst
Ob das Format bei deiner Zielgruppe wirkt, siehst du in den Instagram-Insights. Wie du sie am Rechner ausliest, steht in Instagram-Insights am PC.
Bei einem Karussell zählt das doppelt, weil der Leser eine Entscheidung treffen soll, nämlich zu wischen. Je weniger daneben passiert, desto wahrscheinlicher tut er das.

Die Falle mit der ersten Karte
Instagram richtet das ganze Karussell nach der ersten Karte aus. Wer eine quadratische Karte an Position eins legt und danach Hochformate, bekommt alle Folgekarten quadratisch beschnitten. Oben und unten fehlt dann jeweils ein Streifen, und genau dort steht bei den meisten Vorlagen die Überschrift oder der Abbinder.
Wie du es vor dem Posten prüfst
- Alle Karten gleich anlegen. Ein Verhältnis für den ganzen Beitrag, keine Mischung.
- Karte eins zuerst festlegen. Sie bestimmt den Zuschnitt für alle folgenden.
- In der Vorschau durchwischen. Beschnitt fällt dort auf, nicht im Design-Werkzeug.
Der Rand, den du frei lassen solltest
Auch bei korrektem Verhältnis liegen Elemente über deinem Bild: oben der Kontoname, unten die Punkte für die Karten und darunter die Interaktionsleiste. Auf kleinen Geräten verdecken sie mehr, als der Entwurf am Rechner vermuten lässt.
Woran du den Rand bemisst
Gut 100 Pixel oben und unten reichen in der Praxis. Wichtiger als die genaue Zahl ist, dass dort nichts steht, was gelesen werden muss. Bei Karussells mit viel Text auf der Karte hilft der Karussell-Planer, weil er die Textmenge pro Karte begrenzt, bevor sie ins Layout geht. Wie du Text in Canva sauber setzt, steht in Karussell-Texte in Canva.
Als Faustregel reichen rund 100 Pixel Abstand nach oben und unten, in denen nichts Wichtiges steht. Hintergrundfarbe und Bild dürfen dort ruhig durchlaufen, Text und Zahlen nicht.
Sieht das auf jedem Gerät gleich aus?
Nein, und das ist der Grund, warum ein Karussell im Entwurf gut aussieht und im Feed nicht. Instagram rendert dieselbe Datei je nach Bildschirm unterschiedlich.
Was sich zwischen Telefon und Rechner ändert
Auf dem Telefon füllt die Karte fast die ganze Breite, Kontoname und Interaktionsleiste liegen dicht am Bild. Am Rechner steht das Karussell in einer schmaleren Spalte mit mehr Rand. Schrift, die auf dem Telefon knapp lesbar war, wird dort noch kleiner. Wer für die Vorschau am Rechner gestaltet, gestaltet für die Minderheit.
Warum du für das kleinste Gerät baust
Die Regel ist unspektakulär: Was auf einem alten Telefon mit kleinem Bildschirm lesbar ist, ist überall lesbar. Umgekehrt gilt es nicht. Praktisch heißt das, deine kleinste Schriftgröße bestimmt das Layout, nicht dein Textbedarf. Passt der Text nicht, wird der Text kürzer und nicht die Schrift.
Woran du merkst, dass es zu voll ist
Halt das Telefon auf Armlänge und schau eine Sekunde auf die Karte. Was du in dieser Sekunde nicht erfassen kannst, erfasst im Feed auch niemand sonst. Untersuchungen zum Leseverhalten zeigen, dass online überflogen statt gelesen wird und der Blick nur dort anhält, wo etwas heraussticht.
Wie prüfst du das Format vor dem Posten?
Die drei Kontrollen, die reichen
- Verhältnis über alle Karten. Eine einzige abweichende Karte beschneidet den ganzen Beitrag.
- Rand oben und unten. Gut 100 Pixel ohne Text, auf jeder Karte.
- Vorschau auf dem Telefon. Nicht im Design-Werkzeug, sondern im Upload-Dialog.
Was du nach dem Posten kontrollierst
Ob das Format bei deiner Zielgruppe trägt, steht in den Instagram-Insights. Interessant ist dabei weniger die Reichweite als die Frage, wie weit gewischt wurde. Bricht die Kurve schon bei Karte zwei ab, liegt es selten am Format und meistens am Einstieg. Wie du den baust, steht in Der Hook, der entscheidet, und wie du die Zahlen am Rechner ausliest in Insights ohne Business-Konto.
Womit du exportierst, ohne Qualität zu verlieren
Das Format kann stimmen und die Karten trotzdem matschig aussehen. Schuld ist dann fast immer der Export, nicht das Seitenverhältnis. Instagram rechnet jedes Bild beim Hochladen neu, und wie viel dabei übrig bleibt, entscheidest du vorher.
Die Einstellungen, die zählen
- 1080 Pixel Breite. Das ist die Breite, in der ausgeliefert wird. Wer deutlich größer exportiert, verschenkt nichts, gewinnt aber auch nichts, weil ohnehin heruntergerechnet wird.
- Lieber PNG als JPEG in der Quelle. Bei Textkarten mit harten Kanten hält PNG die Buchstaben sauber. Umgewandelt wird beim Hochladen so oder so, nur startet die Umwandlung dann von einer besseren Vorlage.
- Alle Karten aus einem Durchgang. Wenn du eine Karte nachträglich neu exportierst, weicht sie oft minimal ab. Im Beitrag sieht man das als Ruckeln beim Wischen.
- Datensparmodus aus. In den Instagram-Einstellungen unter Datennutzung lässt sich das Hochladen in hoher Qualität erzwingen. Steht das aus, komprimiert die App zusätzlich, bevor überhaupt etwas gesendet wird.
Woran Schrift beim Hochladen kaputtgeht
Kompression trifft nicht alle Karten gleich. Sie trifft Kanten, und Schrift besteht fast nur aus Kanten. Vier Fälle, in denen es zuverlässig schiefgeht:
- Dünne Schriftschnitte auf dunklem Grund. Helle Haarlinien auf Schwarz franst die Kompression sichtbar aus.
- Schrift über einem Foto. Der unruhige Untergrund kostet Bits, die dann an den Buchstaben fehlen.
- Farbverläufe hinter Text. Sie erzeugen Streifen, die auf dem Rechner nicht zu sehen waren.
- Sehr kleine Schrift. Was am Bildschirm noch lesbar wirkt, ist auf einem Telefon in der Hand keins mehr. Prüf es am Gerät, nicht im Fenster, und zwar bevor die restlichen neun Karten im selben Grad gebaut sind.
Alle vier lassen sich vermeiden, ohne dass das Layout darunter leidet: kräftigerer Schriftschnitt, ruhiger Untergrund, größerer Grad. Das ist weniger Aufwand als die Suche nach der richtigen Exporteinstellung, und es wirkt auf jedem Gerät, statt nur auf deinem.
Fazit
Nimm 1080 × 1350 für jede einzelne Karte, halte das Verhältnis über alle Karten durch und lass oben und unten je gut 100 Pixel frei. Damit ist das Formatthema erledigt, und du kannst dich um den Teil kümmern, der über den Erfolg entscheidet: was auf den Karten steht.
Was danach kommt, ist der schwierigere Teil: der Aufbau der Karten. Dazu stehen Storytelling in Karussells, die Grundlagen zum Karussellpost und der Collage-Trend bereit.
Häufige Fragen
Welches Format hat ein Instagram-Karussell?
Instagram erlaubt für Karussells 1:1 (1080 × 1080 Pixel) und 4:5 (1080 × 1350 Pixel). Querformat 1,91:1 ist technisch möglich, im Feed aber die schwächste Wahl. Das Hochformat 4:5 nimmt am meisten Platz ein und ist deshalb in fast allen Fällen die beste Entscheidung.
Warum ist 4:5 besser als 1:1?
Weil das Hochformat rund ein Viertel mehr Bildschirmfläche belegt. Beim Scrollen bleibt der Beitrag länger im Blick, und der nächste Post drängt sich nicht ins Bild. Das ist der einzige Größenvorteil, den du ohne Zusatzaufwand mitnehmen kannst.
Was passiert, wenn meine Karten unterschiedliche Formate haben?
Instagram richtet sich nach der ersten Karte und beschneidet alle weiteren auf dasselbe Verhältnis. Wer eine quadratische erste Karte hochlädt und danach Hochformate, verliert bei jeder Folgekarte oben und unten einen Streifen. Genau dort steht oft der wichtigste Text.
Wie viele Karten passen in ein Karussell?
Bis zu 20. Das ist eine technische Grenze, keine Empfehlung. In der Praxis bricht die Aufmerksamkeit deutlich früher ab, sieben bis zehn Karten sind der übliche Korridor.
In welcher Auflösung soll ich exportieren?
Die kurze Kante bei 1080 Pixeln reicht. Instagram rechnet alles darüber ohnehin herunter. Höher zu exportieren bringt keine sichtbare Verbesserung, kostet aber Uploadzeit und kann bei starker Kompression sogar schlechter aussehen.
Brauchen alle Karten dasselbe Design?
Nein, aber dasselbe Seitenverhältnis. Ein durchgehendes Design hilft beim Wiedererkennen, entscheidend ist es nicht. Entscheidend ist, dass keine Karte beschnitten wird und der Text auf jeder lesbar bleibt.
Wie du die Karten aufbaust, damit bis zur letzten gewischt wird, und wann sich das Format überhaupt lohnt, steht in der Übersicht zu Karussells texten statt designen. Die Schritt-für-Schritt- Anleitung liegt im Beitrag zum Karussellpost erstellen.
Das Format ist der einfache Teil.
Schwieriger ist, was auf die sieben Karten kommt. Der kostenlose Profil-Check liest deine bisherigen Posts und zeigt dir, welche Themen bei dir bisher am besten getragen haben. Das ist die bessere Grundlage als ein leeres Dokument.