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Karussell in Canva: die Vorlage steht, der Text fehlt
Du hast eine Vorlage gefunden, die dir gefällt. Farben umgestellt, Schrift getauscht, fünf Seiten dupliziert. Nach zehn Minuten sieht das Ding aus wie etwas, das du posten würdest. Dann klickst du in das erste Textfeld, und da sitzt du dann.
Das ist der Punkt, an dem die meisten Karussells sterben: im leeren Textrahmen auf Karte eins, lange bevor am Design irgendetwas fehlt. Der Grund dafür liegt bei der Reihenfolge, in der wir das Werkzeug benutzen.
Woran es liegt, wenn es zäh wird
Canva ist gut in dem, wofür es gebaut wurde. Formate, Ausrichtung, Schriftpaare, Markenfarben, Export. Was es nicht kann, ist wissen, was auf Karte vier stehen soll, damit jemand auf Karte fünf wischt. Diese Arbeit liegt vor dem Layout, und sie fühlt sich nicht wie Arbeit an, weil sie nach Denken aussieht und nicht nach Machen.
Deshalb schieben wir sie auf. Die Vorlage anzupassen fühlt sich produktiv an. Nach zehn Minuten steht etwas, das nach Fortschritt aussieht. Der Text daneben ist dann derselbe leere Rahmen wie vorher, nur mit mehr Zeit im Rücken und einem Layout, das jetzt Vorgaben macht: hier passen vier Wörter hin, dort drei Zeilen.
Diese Vorgaben sind der eigentliche Ärger. Der Kasten war zuerst da, also kürzt du den Gedanken auf Kastengröße. Was dabei rauskommt, sind Sätze, die niemand so sagen würde. „Konsistenz schlägt Perfektion" passt gut in einen Rahmen. Gemeint war etwas, das drei Zeilen gebraucht hätte.
Die Reihenfolge, die alles ändert
Dreh die beiden Schritte um. Erst der komplette Text, dann das Layout. Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist der Unterschied zwischen einem Nachmittag und zwanzig Minuten.
Der Grund ist unspektakulär: Wenn alle Karten als Text nebeneinanderliegen, siehst du auf einen Blick, wo sich zwei wiederholen, wo ein Sprung ist und wo die Luft rausgeht. Im Layout siehst du das nie, weil du immer nur eine Karte gleichzeitig anschaust und die davor schon vergessen hast.
Der zweite Grund ist die Länge. Wenn du weißt, dass Karte drei acht Wörter hat und Karte vier vierzig, baust du zwei unterschiedliche Layouts, statt Karte vier zusammenzustreichen, bis sie in dasselbe Raster passt.
So schreibst du die Karten am Stück
Nimm irgendetwas, das Zeilen kann. Notizen-App, Textdatei, Rückseite eines Umschlags. Kein Design-Werkzeug, weil dich dort sofort wieder das Layout anspringt.
Karte 1: die Frage aufmachen
Eine Zeile, die eine Lücke lässt. Schreib den Punkt hin, an dem es unangenehm wird, statt das Thema zu benennen. „Wie erstelle ich ein Karussell" ist ein Thema. „Die Vorlage steht, der Text fehlt" ist eine Lücke.Letzte Karte: die Frage schließen
Schreib sie als zweites, nicht als letztes. Wenn du weißt, wo du rauskommst, weißt du, was dazwischen gebraucht wird. Ohne dieses Ziel wird die Mitte beliebig lang.Mitte: pro Karte ein Gedanke
Ein Gedanke, nicht ein Absatz. Wenn du beim Schreiben ein „und außerdem" tippst, war das der Anfang der nächsten Karte. Trenn dort und zähl am Ende, wie viele du hast.Durchgang zum Kürzen
Lies die Karten hintereinander wie einen Text. Alles, was nur wiederholt, was zwei Karten vorher schon stand, fliegt raus. Was bleibt, ist die Anzahl, die du brauchst.Laut lesen
Der letzte Schritt und der, den alle überspringen. Was du beim Lauflesen umformulierst, hätte auf der Karte genauso gestört, nur hättest du es dort nicht gemerkt.
Zurück ins Layout, in einem Durchgang
Jetzt öffnest du deine Vorlage, und zwar mit der Anzahl Seiten, die dein Text ergeben hat, nicht mit den fünf vom Anfang. Kopiere Karte für Karte hinein, ohne unterwegs am Text zu drehen. Wenn eine Karte nicht passt, notierst du das und machst weiter.
Erst wenn alle Karten drin sind, gehst du die Notizen durch. Meistens sind es zwei bis drei Stellen, und meistens ist die Lösung eine größere Textbox und keine kürzere Zeile.
Die Einstellungen, die du einmal setzt
Ein paar Dinge lohnt es sich einmal richtig einzustellen, weil sie danach für jedes Karussell gelten:
- Format 1080 × 1350. Das höchste Format, das Instagram im Feed ungeschnitten zeigt. Quadratisch verschenkt gut ein Fünftel der Fläche. Mehr dazu im Beitrag zum Karussell-Format.
- Sicherheitsabstand am Rand. Etwa 60 Pixel ringsum frei lassen. Auf Karte eins sitzt sonst der Text da, wo im Feed das Profilbild oder die Punktreihe liegt.
- Zwei Schriftgrößen, mehr nicht. Eine für die Überschrift, eine für den Fließtext. Drei oder vier Größen sind der häufigste Grund, warum ein Karussell unruhig wirkt, ohne dass man sagen könnte, woran es liegt.
- Export in Originalgröße. PNG oder JPG, keine verkleinerte Vorschau. Instagram komprimiert ohnehin, und alles, was schon vorher weich war, wird dort matschig.
Fazit
Das Werkzeug ist selten das Problem. Der leere Textrahmen auf Karte eins entsteht, weil das Layout vor dem Text da war und jetzt Vorgaben macht, die der Gedanke nicht erfüllt. Wer erst schreibt und dann layoutet, kommt in einem Durchgang durch, und die Karten klingen hinterher wie jemand, der etwas zu sagen hat.
Wie viele Karten es am Ende werden, ergibt sich aus dem Text. Falls dich die Zahl trotzdem umtreibt, steht die längere Antwort im Beitrag zur Slide-Anzahl. Und wenn du das ganze Format von vorne aufrollen willst, liegt der Überblick in der Übersicht zu Karussells texten statt designen.
Häufige Fragen
Wie erstelle ich ein Instagram-Karussell in Canva?
Du legst ein Design im Format 1080 × 1350 Pixel an, baust so viele Seiten an, wie du Karten brauchst, und exportierst am Ende als PNG oder JPG in Originalgröße. Beim Hochladen wählst du in der Instagram-App das Mehrfachauswahl-Symbol und tippst die Bilder in der richtigen Reihenfolge an. Die Reihenfolge im Upload zählt, nicht die Dateinamen.
Welches Format braucht ein Karussell in Canva?
1080 × 1350 Pixel, also 4:5. Das ist das höchste Format, das Instagram im Feed ungeschnitten zeigt, und damit die größte Fläche pro Karte. Quadratisch mit 1080 × 1080 funktioniert auch, kostet dich aber etwa ein Fünftel Bildschirm. Wichtig ist nur, dass alle Karten dasselbe Format haben.
Warum sehen meine Canva-Karussells unruhig aus?
Meistens, weil Schriftgröße und Textmenge von Karte zu Karte springen. Wenn auf Karte zwei drei Zeilen stehen und auf Karte drei acht, wirkt das Blättern hakelig, auch wenn beide Karten für sich gut aussehen. Der Grund liegt vor dem Layout: die Texte wurden nicht am Stück geschrieben.
Brauche ich Canva Pro für Karussells?
Nein. Format, Seiten, Schriften und der Export in Originalgröße gehen in der kostenlosen Version. Pro spart Zeit bei Markenfarben und beim Größenwechsel eines fertigen Designs, es entscheidet aber nicht darüber, ob ein Karussell gelesen wird.
Wie viel Text passt auf eine Karte?
Als grober Anhalt: eine Überschrift und zwei bis drei kurze Zeilen. Alles darüber zwingt dich zu einer Schriftgröße, die auf dem Handy anstrengend wird. Wenn ein Gedanke nicht in diesen Rahmen passt, hilft selten ein anderes Layout. Meistens sind es in Wahrheit zwei Karten.
Kann ich Karussell-Texte vorschreiben lassen?
Ja, und genau dafür ist Castyourlayer gebaut. Du gibst dein Thema an, Castyourlayer schreibt die Karten in deinem Ton und lernt ihn aus deinen bisherigen Beiträgen. Was rauskommt, kopierst du in deine Vorlage. Das Design bleibt deins.
Den Textteil kannst du dir abnehmen lassen.
Castyourlayer schreibt die Karten in deinem Ton, gelernt aus deinen bisherigen Beiträgen, und du kopierst sie in deine Vorlage. Der kostenlose Profil-Check zeigt dir vorher, welche Themen bei dir bisher am besten getragen haben.