Teil der ÜbersichtInstagram Karussell
Instagram-Karussell-App: brauchst du überhaupt eine?
Du suchst im App-Store nach „Karussell", installierst die App mit den besten Bewertungen, baust zwanzig Minuten lang acht Karten und stößt beim Speichern auf ein Wasserzeichen und ein Jahresabo. Diese Runde lässt sich abkürzen. Für einen Teil der Karussells brauchst du gar keine zweite App, und für den Rest entscheidet eine einzige Frage, welche der vier Sorten überhaupt in Betracht kommt.
Was die Instagram-App selbst schon kann
Der erste Blick gehört dem Werkzeug, das du ohnehin geöffnet hast. Es deckt mehr ab, als die meisten vermuten.
Mehrere Bilder in einem Beitrag
Ein Karussell ist technisch ein Beitrag mit mehreren Bildern, und den legst du direkt beim Erstellen an, indem du die Mehrfachauswahl aktivierst und die Bilder in der gewünschten Reihenfolge antippst. Die Reihenfolge des Antippens ist dabei die Wischreihenfolge, was regelmäßig übersehen wird. Zuschnitt und Filter lassen sich anschließend je Bild einzeln oder für alle gemeinsam anwenden, und beides bleibt bis zum Veröffentlichen änderbar. Was ein Karussellpost genau ist und wofür er sich lohnt, klärt Was ist ein Karussellpost?
Wo die App an ihre Grenze kommt
Bei allem, was über Zuschnitt und Filter hinausgeht. Drei Dinge sind es, für die die Instagram-App nicht gebaut ist:
- Textkarten mit fester Schriftgröße. Die App kennt keine Textrahmen, die über mehrere Bilder hinweg gleich bleiben.
- Ein Bild über mehrere Karten. Der exakte Zuschnitt in gleich große Teile fehlt vollständig.
- Eine wiederverwendbare Gestaltung. Es gibt keine gespeicherte Vorlage, auf die du beim nächsten Beitrag zurückgreifen könntest.
Jeder Umweg innerhalb der App kostet bei diesen dreien mehr Zeit, als eine passende zweite App an Einarbeitung verlangt.
Was du dafür nicht extra brauchst
Für ein Fotokarussell aus acht Urlaubsbildern, für eine Sammlung von Kundenfotos oder für eine Vorher-Nachher-Reihe aus zwei Aufnahmen reicht die Instagram-App vollständig. Welche Maße dabei sinnvoll sind, steht in Instagram Karussell Format, und wie viele Karten insgesamt tragen, rechnet Wie viele Slides braucht ein Karussell? durch.
Wann brauchst du überhaupt eine zweite App?
Drei Fälle rechtfertigen den zusätzlichen Schritt. Außerhalb dieser drei installierst du dir Arbeit statt Hilfe.
Der Fall Textkarten
Sobald Aussagen auf den Karten stehen, brauchst du feste Textrahmen und eine feste Schriftgröße. Ohne beides wandert die Größe von Karte zu Karte, und genau daran erkennt man ein hastig gebautes Karussell. Welche Aufbauten die Karten füllen, steht im Karussell-Template.
Der Fall durchlaufendes Bild
Ein Motiv, das über mehrere Karten läuft, verlangt einen exakten Zuschnitt in gleich große Teile. Von Hand geht das schief, weil schon wenige Pixel Versatz beim Wischen auffallen. Wie derselbe Effekt am Rechner entsteht, steht in Karussell in Photoshop.
Der Fall Wiederverwendung
Wenn dein zehntes Karussell aussehen soll wie dein erstes, brauchst du eine gespeicherte Vorlage. Die Instagram-App kennt so etwas nicht, und ohne Vorlage entscheidest du bei jedem Beitrag Schriftgröße, Farbe und Randabstand neu. Genau daraus entsteht ein Feed, der von Woche zu Woche anders aussieht. Ab dem dritten Beitrag desselben Formats rechnet sich der Aufwand für eine Vorlage, davor selten.
Die vier Sorten von Karussell-Apps
Statt nach Namen zu suchen, sortierst du besser nach Aufgabe. Danach bleiben aus einer langen Liste zwei oder drei Kandidaten übrig.
| Sorte | Löst | Grenze |
|---|---|---|
| Vorlagen-Baukasten | Textkarten, feste Gestaltung | Vorlagen benutzen viele andere auch |
| Zuschneider und Splitter | ein Bild über mehrere Karten | kann nichts gestalten |
| Vollwertiges Layout | freie Gestaltung, Ebenen | Einarbeitung, kleiner Bildschirm |
| Textwerkzeug ohne Layout | Formulierung und Kürzung | liefert kein fertiges Bild |
Baukästen und Zuschneider
Diese beiden decken zusammen fast jeden Alltagsfall ab. Der Baukasten liefert dir Raster und Schriftgrößen, der Zuschneider zerlegt ein breites Bild in gleich große Teile. Achte beim Zuschneider darauf, dass die Teile nummeriert benannt werden, sonst stimmt die Reihenfolge beim Hochladen nicht. Beim Baukasten lohnt zusätzlich der Blick darauf, ob sich eigene Farben und Schriften dauerhaft speichern lassen. Ohne diese Möglichkeit stellst du bei jedem Beitrag alles neu ein, und genau der Aufwand sollte ja wegfallen.
Vollwertige Layout-Programme
Sie können am meisten und verlangen die meiste Einarbeitung. Auf einem Telefonbildschirm ist präzises Ausrichten mühsam, weshalb sich diese Sorte vor allem für Leute lohnt, die dasselbe Programm ohnehin am Rechner benutzen. Der Vergleich zwischen Baukasten und Generator steht in Canva gegen Castyourlayer.
Textwerkzeuge ohne Layout
Die unterschätzte Sorte, weil sie das eigentliche Problem löst. Die meisten Karussells scheitern am Text und nicht an der Gestaltung. Wie du die Karten am Stück schreibst, bevor du ins Layout gehst, steht in Die Vorlage steht, der Text fehlt.
Woran erkennst du in fünf Minuten, ob eine App taugt?
Drei Prüfungen, alle vor dem ersten echten Beitrag. Sie ersparen dir die zwanzig Minuten, die sonst im Papierkorb landen.
Der Export-Test zuerst
Bau eine einzige Karte mit einem Wort darauf und exportiere sie sofort, bevor du irgendetwas gestaltest. Drei Dinge zeigen sich erst dabei:
- Das Wasserzeichen. Viele Apps blenden es erst im Export ein, nicht in der Vorschau.
- Die Bezahlschranke. Gestalten ist oft kostenlos, Speichern nicht. Der Unterschied fällt sonst nach zwanzig Minuten auf.
- Die Auflösung. Sieh dir die Datei in der Galerie an und zoom hinein. Weiche Kanten an der Schrift bedeuten, dass zu klein exportiert wurde.
Diese Reihenfolge ist der wichtigste Rat in diesem Beitrag, weil sie den häufigsten Zeitverlust überhaupt verhindert.
Der Schrift-Test
Setz einen längeren Satz auf die Karte und sieh nach, was die App tut. Verkleinert sie die Schrift automatisch, wird dein Karussell über die Karten hinweg uneinheitlich. Brauchbar ist eine App, die den Rahmen fest lässt und dich zum Kürzen zwingt. Dass Lesen auf kleinen Bildschirmen ohnehin anstrengender ist, hat die Nielsen Norman Group in ihrer Übersicht zum Lesen auf mobilen Geräten zusammengetragen.
Der Rechte-Test
Sieh im Store nach, welche Daten die App erhebt. Im App Store steht das unter den App-Datenschutzangaben, bei Google Play im Abschnitt zur Datensicherheit. Eine Gestaltungs-App braucht Zugriff auf deine Fotos und sonst wenig. Verlangt sie deine Instagram-Zugangsdaten, lässt du es. Worauf bei Apps allgemein zu achten ist, fasst die Verbraucherzentrale zusammen.
Der Ablauf komplett am Telefon
Wenn die App steht, entscheidet die Reihenfolge über den Aufwand. Diese hier spart die meiste Nacharbeit.
Die Reihenfolge, die Nacharbeit spart
- Text zuerst, außerhalb der Gestaltungs-App. In Notizen oder im Planer, wo du ihn ohne Layout-Druck kürzen kannst.
- Karten füllen. Erst jetzt die App öffnen, Text einsetzen, nichts mehr umformulieren.
- Exportieren in die Galerie. Direkt, ohne den Umweg über einen Messenger.
- Caption schreiben. Danach, weil du jetzt weißt, was auf den Karten steht.
Wie eine Caption aufgebaut ist, die trägt, steht in Instagram-Caption schreiben.
Wo du zwischenspeicherst
Jedes Speichern in einem verlustbehafteten Format kostet Qualität, und am Telefon passiert das leicht mehrfach, weil jede App beim Weiterreichen neu komprimiert. Halte die Kette deshalb kurz: eine Gestaltungs-App, ein Export, hochladen. Der häufigste unnötige Zwischenschritt ist der Umweg über einen Messenger, etwa um sich die Karten selbst zu schicken. Das kostet sichtbar Schärfe, und sie kommt nicht zurück. Wenn du Dateien zwischen Geräten bewegen musst, nimm dafür einen Weg, der die Datei unverändert lässt.
Die Prüfung vor dem Hochladen
Sieh dir alle Karten in der Galerie hintereinander an und wisch einmal durch. Dabei fällt auf, wenn eine Karte aus der Reihe fällt, eine Nummerierung fehlt oder zwei Karten dasselbe sagen. Halte das Telefon zusätzlich eine Armlänge weg und prüfe, ob die erste Karte in einem Blick funktioniert, denn genau so begegnet sie jemandem im Feed. Diese Prüfung dauert eine Minute und fängt den Fehler ab, der sich nach dem Veröffentlichen nicht mehr korrigieren lässt: Die Reihenfolge der Bilder ist danach festgelegt.
Wo das Telefon der falsche Ort ist
Drei Situationen sprechen klar für den Rechner, auch wenn die App am Telefon bequemer wirkt.
Wenn viel Text auf die Karte muss
Auf einem kleinen Bildschirm siehst du schlechter, dass eine Karte überladen ist, weil ohnehin alles klein wirkt und dein Auge sich daran gewöhnt. Am Rechner fällt dieselbe Karte sofort als zu voll auf, weil du sie in ihrer tatsächlichen Größe siehst und daneben noch Platz ist. Wer viel Text unterbringt, gewinnt hier mehr, als die Bequemlichkeit des Telefons wert ist.
Wenn du planst statt einzeln postest
Sobald mehrere Beiträge gleichzeitig vorbereitet werden, wird das Verwalten von Dateien am Telefon mühsam. Acht Karten je Beitrag mal vier Beiträge sind zweiunddreißig Bilder in einer Galerie, die nach Aufnahmedatum sortiert ist. Am Rechner liegen sie in vier Ordnern. Wo diese Beiträge im Ablauf liegen, zeigt der Redaktionsplan für Instagram, und der komplette Weg zu einem Beitrag steht in Instagram-Post erstellen.
Was du am Rechner besser aufhebst
Drei Dinge gehören auf einen Rechner oder in eine Cloud, statt allein im Telefon zu liegen:
- Vorlagendateien. Sie sind der Grund, aus dem dein zehnter Beitrag aussieht wie dein erster.
- Originalbilder. In voller Auflösung, damit du sie später neu zuschneiden kannst.
- Der Text der Karten. Er trägt ein zweites Mal in einem anderen Format, sobald du ihn wiederfindest.
Telefonspeicher wird geleert, Apps verschwinden aus den Stores, und mit ihnen manchmal die Projekte darin. Den Bauweg mit einer festen Vorlage beschreibt Karussellpost erstellen.
Damit steht die Werkzeugfrage. Alles zu Maßen, Kartenzahl, Aufbau und Text steht gebündelt in der Übersicht zum Instagram Karussell.
Häufige Fragen
Brauche ich eine extra App für Instagram-Karussells?
Für Fotos nicht. Mehrere Bilder in einem Beitrag legst du direkt in der Instagram-App an. Eine zweite App lohnt sich, sobald Text auf die Karten soll, ein Bild über mehrere Karten laufen soll oder du dieselbe Gestaltung immer wieder verwenden willst.
Welche Karussell-App ist die beste?
Die Frage führt in die Irre, weil sich die Werkzeuge in vier Sorten aufteilen, die verschiedene Aufgaben lösen. Entscheide erst, ob du Vorlagen, einen Zuschneider, ein vollwertiges Layout oder nur Textunterstützung brauchst. Danach schrumpft die Auswahl von selbst.
Woran erkenne ich eine unbrauchbare App schnell?
An drei Dingen: ein Wasserzeichen im Export, ein Abo, das erst beim Speichern auftaucht, und Datenzugriffe, die zur Aufgabe nicht passen. Alle drei siehst du innerhalb von fünf Minuten, wenn du vor dem Gestalten einmal probeweise exportierst.
Kann ich ein durchlaufendes Bild am Telefon bauen?
Ja, dafür gibt es Zuschneider, die ein breites Bild in gleich große Teile zerlegen. Achte darauf, dass die App die Teile nummeriert benennt, sonst stimmt die Reihenfolge beim Hochladen nicht. Am Rechner ist derselbe Effekt weniger fehleranfällig.
Verliere ich am Telefon Bildqualität?
Beim Gestalten selten, beim Weiterreichen zwischen Apps oft. Jedes Speichern in einem verlustbehafteten Format kostet Qualität. Halte die Kette deshalb kurz und exportiere aus der letzten App direkt in die Galerie, statt das Bild noch durch einen Messenger zu schicken.
Was mache ich, wenn viel Text auf die Karten soll?
Schreib den Text zuerst außerhalb der Gestaltungs-App und kürze ihn dort. Wer im Layout formuliert, kürzt am Ende auf die Rahmengröße statt auf die Aussage. Auf einem Telefonbildschirm fällt außerdem schwerer auf, dass eine Karte überladen ist.
Erst das Thema, dann das Werkzeug
Der kostenlose Profil-Check liest dein öffentliches Instagram-Profil und zeigt, welches Thema ein Fremder darin erkennt. Daraus ergibt sich, worüber deine Karussells gehen sollten.
Profil-Check starten →Und für den Teil, an dem die meisten Karussells scheitern: Castyourlayer lernt deinen Schreibstil aus deinen bisherigen Beiträgen.