Instagram-Profilkopf mit den drei Zeilen, die eine Bio braucht — Castyourlayer
How-to·7 Min Lesezeit·19. August 2026

Instagram-Bio schreiben: 150 Zeichen, die etwas sagen

Jemand landet über ein Reel auf deinem Profil. Er sieht dein Bild, deinen Namen, drei Zeilen Text und die obersten neun Beiträge. Dann entscheidet er. Von diesen vier Dingen ist die Bio das Einzige, das du in zehn Minuten ändern kannst.

Und trotzdem steht dort bei den meisten ein Satz, der auf zehntausend andere Profile genauso passt. Das liegt selten am Schreiben. Es liegt daran, dass unklar ist, welche Frage die Bio überhaupt beantworten soll.

Was die Bio leisten muss

Sie beantwortet genau eine Frage, und zwar die, die sich jemand beim ersten Blick auf dein Profil stellt: Ist das hier für mich? Nicht „ist die Person sympathisch" und nicht „was macht die beruflich", sondern ob es sich lohnt, weiterzuschauen.

Daraus folgt ein unbequemes Kriterium. Eine Bio, die jeder unterschreiben würde, hat diese Frage nicht beantwortet. Die Langfassung dazu, von der Richtung bis zum Angebot, steht in der Landkarte zum Personal Branding. „Sichtbarkeit für Selbständige" ist wahr und beliebig. „Sichtbarkeit für Handwerksbetriebe, die keine Zeit für Instagram haben" trennt.

Die drei Teile, die reinmüssen

  1. Was du machst

    So konkret wie möglich. Ein Beruf, den man kennt, ordnet dich sofort ein. „Physiotherapeutin" schlägt „Gesundheitsexpertin", weil das erste ein Bild erzeugt und das zweite eine Kategorie.
  2. Für wen

    Der Teil, an dem sich jemand selbst erkennt. Er darf ruhig eng sein. Wer Angst hat, damit Leute auszuschließen, schließt in Wahrheit gerade niemanden ein.
  3. Was dabei herauskommt

    Was ist danach anders? Ein Ergebnis, kein Versprechen. „Wieder schmerzfrei sitzen" ist überprüfbar, „mehr Lebensqualität" ist es nicht.
  4. Wenn noch Platz ist: ein Beleg

    Eine Jahreszahl, ein Ort, eine Zahl. Bei 150 Zeichen wirkt das erstaunlich stark, weil es das Einzige ist, das jemand nachprüfen könnte.

Was rausfliegt

Bei 150 Zeichen ist jede Zeile, die nichts trennt, verschenkter Platz. Diese vier stehen besonders oft drin und leisten nichts:

  • „Ich helfe dir …" Die häufigste Bio-Eröffnung überhaupt. Sag lieber, was danach anders ist.
  • Selbstbezeichnungen ohne Inhalt. „Dein Coach", „Deine Begleiterin". Das steht bei allen mit derselben Bezeichnung.
  • Gefühlswörter. „Mit Leidenschaft", „aus Überzeugung". Sie behaupten eine Haltung. Ein Beleg zeigt sie.
  • Der Wohnort ohne Zusammenhang. Nur sinnvoll, wenn du örtlich arbeitest. Dann aber unbedingt, weil Leute danach suchen.

In welcher Reihenfolge du schreibst

Nicht von oben nach unten. Fang mit dem „für wen" an, weil daran alles andere hängt. Wenn klar ist, wen du meinst, ergibt sich das Ergebnis fast von selbst, und die Rolle ist ohnehin gesetzt.

Schreib danach absichtlich zu lang, zwei bis drei Sätze mehr als reinpassen. Kürzen ist leichter als Erfinden, und beim Kürzen fällt zuerst weg, was nichts trägt. Das ist genau die Auswahl, die du willst.

Vier Beispiele aus verschiedenen Branchen

Alle vier bleiben unter 150 Zeichen und folgen demselben Aufbau. Sie sind erfunden, aber nach dem Muster gebaut, das oben steht:

BrancheBioZeichen
PhysiotherapieWieder schmerzfrei sitzen für Büromenschen mit Rückenschmerz. Physiotherapeutin, seit 2019 in Köln. Termine über den Link.122
SteuerberatungSteuern für Selbständige ohne Fachchinesisch. Steuerberaterin, 140 Mandate. Erstgespräch über den Link.103
HandwerkMöbel aus Altholz, gebaut für kleine Altbauwohnungen. Tischlerei in Leipzig, seit 2016. Anfragen per Nachricht.111
ErnährungFrühstück ohne Zucker, das satt macht. Ernährungsberaterin für Familien mit wenig Zeit. Rezepte im Link.104

Was allen vier fehlt: ein Gefühlswort, eine Selbstbezeichnung und jede Form von Versprechen. Was alle vier haben: eine Person, eine Zielgruppe und etwas Überprüfbares.

Fazit

Die Bio ist kein Ort für Anspruch, sie ist ein Ort für Einordnung. Wer in drei Zeilen sagt, was er macht, für wen und was dabei herauskommt, hat den Job erledigt. Alles Weitere kostet Zeichen, die du nicht hast.

Wenn dir beim Schreiben auffällt, dass du die Frage nach dem „für wen" nicht beantworten kannst, liegt das nicht an der Bio. Dann fehlt die Richtung, und dafür ist die Übersicht zu Personal Branding der richtige Einstieg. Wie du die Zeilen danach sauber umbrichst, steht im Beitrag zum Formatieren.

Häufige Fragen

Wie viele Zeichen hat die Instagram-Bio?

Höchstens 150, Zeilenumbrüche zählen mit. Alles darüber wird abgeschnitten. Wer den Platz voll ausreizt, verliert außerdem die Übersicht, weil vier volle Zeilen auf dem Handy als Block erscheinen.

Was schreibe ich in meine Instagram-Bio?

Was du machst, für wen, und was diese Leute davon haben. Wenn danach noch Platz ist, ein Beleg wie eine Jahreszahl oder ein Ort. Zuletzt, falls es dahinter wirklich etwas gibt, was jemand tun soll.

Warum funktioniert „Ich helfe dir …" nicht?

Weil es die häufigste Bio-Eröffnung im deutschsprachigen Instagram ist. Sie sagt nichts über das Ergebnis und nichts über dich. Der Satz „Wieder schmerzfrei sitzen für Büromenschen mit Rückenschmerz" braucht dieselbe Zeichenzahl und liefert beides.

Sollte mein Name oder mein Beruf in der Bio stehen?

Der Beruf ja, wenn er einordnet. Der Name gehört in das Namensfeld über der Bio, nicht in die Bio selbst. Dieses Feld wird von der Instagram-Suche mit durchsucht, die Bio dagegen nicht.

Wie oft sollte ich die Bio ändern?

Selten. Sie ist der einzige Text auf deinem Profil, der über Monate gleich bleibt, und genau daraus entsteht Wiedererkennung. Ändern lohnt sich, wenn sich dein Angebot ändert oder wenn du merkst, dass die falschen Leute schreiben.

Brauche ich Emojis in der Bio?

Nein. Sie helfen beim Gliedern, wenn du sie ans Zeilenende setzt. Am Zeilenanfang schaden sie: Screenreader lesen sie mit vor, und sie schieben den ersten Buchstaben nach rechts.

Wofür du stehst, steht schon in deinen Beiträgen.

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