Teil der ÜbersichtInstagram Reels
Reel-Ideen für Unternehmen: die Abteilung als Quelle
In der Sitzung sind sich alle einig, dass man mehr mit Reels machen müsste. Vier Wochen später ist keines entstanden. Das liegt fast nie an fehlenden Ideen, denn in einem Betrieb passiert jeden Tag etwas Zeigbares. Es liegt daran, dass niemand zuständig ist und dass die Freigabe länger dauert als die Haltbarkeit der Idee. Beide Probleme lassen sich lösen, und zwar bevor du über Inhalte nachdenkst.
Warum Betrieben nichts einfällt, obwohl täglich etwas passiert
Drei Ursachen, und keine davon hat mit Kreativität zu tun:
- Betriebsblindheit. Was täglich passiert, hält man für uninteressant, weil man es kennt.
- Die Freigabe. Sie dauert länger als die Haltbarkeit der Idee, die sie freigeben soll.
- Fehlende Zuständigkeit. Ohne Namen und Termin fällt die Aufgabe zwischen allen durch.
Wer diese drei umgeht, hat den größeren Teil des Problems erledigt, bevor über einen einzigen Inhalt gesprochen wurde.
Betriebsblindheit als Hauptursache
Was du täglich tust, hältst du für selbstverständlich. Genau das ist für Außenstehende neu. Eine Maschine, die du seit zwölf Jahren bedienst, ist für die meisten Menschen ein unbekannter Vorgang, und ein Vorgang ist genau das, was ein Reel braucht. Warum ein Thema allein noch keine Idee ist, steht in Reel-Ideen finden.
Die Freigabeschleife, die Ideen aufbraucht
Eine Aufnahme aus der Werkstatt, die durch drei Postfächer wandert, ist nach zwei Wochen unbrauchbar. Was gerade passiert ist, war der ganze Wert, und der verfällt mit jedem Tag. Dazu kommt ein zweiter Effekt: Wer dreimal erlebt hat, dass seine Aufnahme in der Freigabe versandet, filmt beim vierten Mal nicht mehr. Die Schleife kostet also zweimal: einmal die einzelnen Beiträge und darüber hinaus die Bereitschaft, überhaupt welche zu machen. Der zweite Verlust wiegt schwerer, weil er sich nicht mehr aufholen lässt. Wer Reels im Betrieb will, braucht deshalb eine Freigabe, die in Stunden funktioniert, oder einen Rahmen, innerhalb dessen ohne Rückfrage veröffentlicht werden darf.
Wer eigentlich zuständig ist
In den meisten Betrieben niemand, und deshalb passiert es nicht. Die Aufgabe landet bei dem, der gerade am wenigsten Nein sagt, und fällt als Erstes wieder aus. Eine benannte Person mit einem festen Zeitfenster löst mehr als jede Ideenliste.
Wo im Betrieb liegen die Ideen?
Sortiert nach Abteilung findet sich in jedem Haus mehr, als für ein Jahr nötig wäre.
| Bereich | Was dort liegt | Passende Form |
|---|---|---|
| Vertrieb | die immer gleiche Rückfrage | Antwort in die Kamera |
| Service | der Fehler, den Kunden vorher machen | Vorher gegen Nachher |
| Produktion | ein Handgriff, ein Ablauf | Nahaufnahme ohne Gesicht |
| Personal | ein echter Arbeitstag | drei Stationen hintereinander |
| Einkauf und Lager | woher etwas kommt | Weg des Materials |
Vertrieb und Service
Die ergiebigsten Quellen im ganzen Haus, weil dort täglich mit Kunden gesprochen wird. Jede Frage, die dreimal pro Woche kommt, ist ein fertiges Reel mit garantiertem Publikum. Der Weg dahin dauert zwei Wochen und drei Schritte:
- Einen Zettel neben das Telefon. Jede Frage, die schon einmal gestellt wurde, kommt darauf. Kein Formular, kein Werkzeug, ein Zettel.
- Nach zwei Wochen sortieren. Was mehrfach dasteht, kommt oben auf die Liste. Alles Einzelne fliegt raus.
- Die obersten zehn abarbeiten. Das reicht für ein Quartal, und die Liste füllt sich nebenbei weiter.
Produktion und Werkstatt
Hier liegt das visuell stärkste Material, und es kommt ohne Gesicht aus. Eine Kamera von oben, zwei Hände, ein Vorgang von Anfang bis Ende. Diese Form braucht keinen Sprecher und keine Einwilligung von Personen, solange niemand erkennbar ist. Wie das ohne Gesicht funktioniert, steht in Faceless Brand aufbauen, ergänzendes Bildmaterial behandelt B-Roll in Reels.
Personal und Nachwuchs
Der Bereich, der am meisten zurückbekommt, und dazu gleich mehr. Personalabteilungen unterschätzen ihr eigenes Material regelmäßig, weil sie es aus der Innensicht betrachten und für Verwaltung halten. Für jemanden, der überlegt, sich zu bewerben, ist genau das die interessanteste Abteilung im Haus. Was von all dem für dein Haus überhaupt in Frage kommt, sortiert Was auf Instagram vermarkten.
Warum Recruiting-Reels für viele der stärkste Fall sind
Wenn ein Betrieb nur einen Grund braucht, um mit Reels anzufangen, ist es dieser.
Der messbare Nutzen
Eine Bewerbung lässt sich einem Beitrag zuordnen, ein Auftrag oft nicht. Es genügt, im Bewerbungsformular nach dem Weg zu fragen, und schon steht die Zahl da. Damit ist Recruiting der Fall, in dem sich der Aufwand am ehesten belegen lässt, und das ist in einem Betrieb der Unterschied zwischen einem Budget und einem Nebenbei-Projekt. Wie angespannt die Lage in einzelnen Berufen ist, lässt sich bei der Statistik der Bundesagentur für Arbeit nachsehen, und für Ausbildungsberufe führt das Bundesinstitut für Berufsbildung eigene Erhebungen.
Was ein Bewerber sehen will
Drei Dinge, und alle drei sind filmbar:
- Wie ein normaler Arbeitstag aussieht. Ein durchschnittlicher Dienstag, mit dem, was daran mühsam ist. Genau das unterscheidet euch von der Konkurrenz, die ausschließlich den besten Tag zeigt.
- Mit wem er zusammenarbeiten würde. Zwei Kollegen, die ein Problem lösen, sagen mehr als jede Aufzählung von Vorteilen.
- Was er in den ersten Wochen lernt. Besonders für Ausbildung und Quereinstieg der entscheidende Punkt.
Der Fehler mit dem Imagefilm
Der Drohnenflug über das Firmengelände mit Musik darüber ist der häufigste und teuerste Fehlgriff. Er zeigt Gebäude statt Arbeit und ist von jedem anderen Betrieb austauschbar. Ein Handgriff in Nahaufnahme, mit dem Telefon aufgenommen, wirkt stärker und kostet nichts.
Was ändert sich bei B2B gegenüber B2C?
Der Mechanismus bleibt gleich, die Erwartung ändert sich deutlich.
Wer entscheidet, wer sucht
Im B2B entscheiden mehrere Leute, und der, der dich findet, ist selten der, der unterschreibt. Deine Reels arbeiten deshalb für jemanden, der sie intern weiterreicht, oft an eine Person, die euren Namen zum ersten Mal hört. Das ändert die Machart: Es muss etwas dabei sein, das man weiterschicken kann, ohne es zu erklären. Praktisch heißt das, dass der erste Satz die Situation benennt statt eure Firma, denn die sagt dem Empfänger nichts.
Der längere Weg zur Anfrage
Zwischen dem ersten Sehen und der Anfrage liegen im B2B oft Monate. Wer nach vier Wochen aufhört, weil nichts passiert ist, hat die Rechnung zu früh aufgemacht. Rechne in Anfragen statt in Reichweite, und dazu passt Reichweite gegen Umsatz.
Fachlich bleiben, ohne Fachchinesisch
Fachbegriffe schrecken Entscheider ab, die aus einer anderen Abteilung kommen, und Vereinfachung ärgert die Fachleute. Der Ausweg ist, den Fachbegriff zu benutzen und im nächsten Satz zu übersetzen. Damit bedienst du beide, ohne dich zu verbiegen.
Mitarbeiter vor der Kamera
Der Teil, der am häufigsten übersprungen wird und am teuersten werden kann. Dieser Abschnitt ist eine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.
Die Einwilligung und ihre Form
Das Recht am eigenen Bild nach § 22 KunstUrhG verlangt eine Einwilligung, bevor ein Bildnis verbreitet oder öffentlich gezeigt wird. Für Beschäftigte sieht § 26 BDSG vor, dass die Einwilligung schriftlich oder elektronisch zu erfolgen hat, soweit nicht wegen besonderer Umstände eine andere Form angemessen ist. Klärt das vor dem ersten Dreh.
Was passiert, wenn jemand geht
Ein ausgeschiedener Kollege im aktuellen Recruiting-Video ist ein Glaubwürdigkeitsproblem, unabhängig von der rechtlichen Lage. Haltet vorher fest, wie lange Aufnahmen verwendet werden und was bei einem Austritt geschieht. Diese fünf Minuten sparen euch später eine unangenehme Diskussion.
Wer sich freiwillig meldet
Zwingt niemanden vor die Kamera. In jedem Betrieb gibt es zwei oder drei Leute, die es gern machen, und die tragen den ganzen Kanal. Wer sich unwohl fühlt, sieht man im Video sofort, und dann wirkt der ganze Auftritt gestellt. Fragt offen in die Runde, statt jemanden anzusprechen, denn eine Absage vor Publikum fällt schwerer als eine ausbleibende Meldung. Und rechnet damit, dass sich Leute melden, mit denen ihr nicht gerechnet habt; das ist regelmäßig der Fall.
Der Ablauf, der im Betrieb tatsächlich hält
Drei organisatorische Festlegungen, ohne die auch die beste Ideenliste liegen bleibt.
Ein fester Termin, eine Person
Zwei Stunden im Monat, im Kalender, mit Namen. In dieser Zeit entstehen alle Aufnahmen für den Monat, und zwar gebündelt, weil Aufbau und Vorbereitung dann nur einmal anfallen. Der Termin gehört behandelt wie ein Kundentermin: Er wird nicht verschoben, weil gerade etwas dazwischenkommt, sonst kommt dauerhaft etwas dazwischen. Wie sich das in eine Planung auf mehreren Ebenen einfügt, steht in Content-Planung, und der Ablauf für einen einzelnen Beitrag in Instagram-Post erstellen.
Die kurze Freigabe
Legt fest, was ohne Rückfrage veröffentlicht werden darf. Ein Rahmen mit drei Regeln funktioniert besser als eine Einzelfallprüfung:
- Keine Kundennamen und keine erkennbaren Kundenunterlagen. Auch nicht unscharf im Hintergrund.
- Keine Preise und keine Konditionen. Die ändern sich, und ein altes Video hält sie fest.
- Keine Personen ohne vorliegende Einwilligung. Im Zweifel von hinten filmen oder auf die Hände halten.
Alles innerhalb dieses Rahmens geht ohne weitere Rückfrage raus. Zur Länge und zum Einstieg helfen Wie lang sollte ein Reel sein? und Die Hook im Reel, für den Schnitt Reel schneiden.
Was du misst
Bei Recruiting die Bewerbungen mit Nennung des Kanals, sonst die Anfragen. Reichweite allein rechtfertigt in einem Betrieb selten ein Budget, weil sich damit intern niemand überzeugen lässt, der die Zahl nicht einordnen kann. Wie ein Auswerte-Durchgang abläuft, steht in Instagram Insights auswerten, und wie sich eine Aufnahme mehrfach verwenden lässt, im Repurposing-Blueprint.
Damit steht der betriebliche Rahmen. Alles zu Länge, Hook, Schnitt und Format steht gebündelt in der Übersicht zu Instagram Reels.
Häufige Fragen
Wir haben nichts zu zeigen, was taugt für ein Reel?
Fast jeder Betrieb hat einen Vorgang mit Anfang und Ende, und genau der lässt sich filmen. Der Stapel Unterlagen vor und nach der Bearbeitung, die Einstellung am Gerät, die Rückfrage, die dreimal pro Woche kommt. Der Einwand kommt meistens aus Betriebsblindheit und selten aus tatsächlicher Ereignislosigkeit.
Wer sollte im Unternehmen die Reels machen?
Eine benannte Person mit einem festen Termin, nicht ein Team im Nebenbei. Ohne Zuständigkeit fällt die Aufgabe immer auf den, der gerade am wenigsten Nein sagt, und damit als Erstes aus. Die Person braucht dazu eine kurze Freigabestrecke, sonst verfällt jede aktuelle Idee.
Brauchen wir eine schriftliche Einwilligung von Mitarbeitern?
In aller Regel ja. Das Recht am eigenen Bild verlangt eine Einwilligung, bevor ein Bildnis verbreitet wird, und für Beschäftigtendaten sieht das Bundesdatenschutzgesetz vor, dass die Einwilligung schriftlich oder elektronisch erfolgt, soweit nicht besondere Umstände eine andere Form angemessen machen. Klärt das vor dem ersten Dreh, nicht danach.
Was passiert mit Videos, wenn jemand das Unternehmen verlässt?
Das gehört vorher geregelt. Eine Einwilligung kann widerrufen werden, und ein ausgeschiedener Mitarbeiter im aktuellen Werbevideo ist auch ohne Widerruf ein Problem für die Glaubwürdigkeit. Haltet fest, wie lange Aufnahmen verwendet werden und was bei einem Austritt geschieht.
Lohnen sich Reels für B2B überhaupt?
Ja, mit anderer Erwartung. Der Weg zur Anfrage ist länger, weil mehrere Leute mitentscheiden, und die Zahl der relevanten Zuschauer ist klein. Dafür ist ein einzelner passender Kontakt viel wert. Rechne in Anfragen statt in Reichweite.
Was ist der häufigste Fehler bei Unternehmens-Reels?
Der Imagefilm im Kurzformat. Drohnenflug über das Gebäude, lächelnde Belegschaft, Musik darüber. Das sagt nichts über die Arbeit und ist von jedem anderen Betrieb austauschbar. Ein Handgriff in Nahaufnahme wirkt stärker als jede Außenaufnahme.
Was sendet euer Profil gerade?
Der kostenlose Profil-Check liest euer öffentliches Instagram-Profil und zeigt, welches Thema ein Fremder darin erkennt. Bei Betrieben ist das oft etwas anderes als gedacht.
Profil-Check starten →Und gegen den Ton aus der Unternehmensbroschüre: Castyourlayer lernt euren Schreibstil aus euren bisherigen Beiträgen.